Die Situation

Das Geschäft mit dem Buch ist zum Krieg der großen Verlage um Marktanteile verkommen.
Die Bedingungen sind gnadenlos. Wer unterliegt, wird aufgekauft. Bestseller, Bestseller, Bestseller sind gefragt. Die Auswahl bestimmen die Verkaufsstrategen. Ein Jahrestag, ein Buch dazu. Heine ist out, sobald das Mozartjahr anbricht. – Ein Buch über das Schicksal jüdischer Familien? – Tut uns Leid. Holocaust war gestern aktuell. Heute machen wir auf Vertreibung. – Ein Roman über einen alkoholkranken Bauhilfsarbeiter? Können Sie nicht einen Schauspieler daraus machen? – Ein neuer Autor: Schon Fünfzig? – Ja, wenn er zehn Jahre lang im Fernsehen den Wetterbericht verlesen hätte…
Fiktion eines kranken Hirns? – Realität.

Die engagierten kleinen Verlage
Gewiss, auch die gibt es noch, und zwar in großer Zahl. Doch sind deren Angebote im Buchhandel kaum präsent. Dort werben die Vertreter der großen mit Rabatten von 70%. Lässt ein kleiner Verlag sich auf 35% ein, arbeitet er zum Nulltarif. Also leben sie von der Hoffnung, einer der amtierenden Literaturpäpste könne eines Tages eines ihrer Bücher zum „unbedingten Muss“ erklären. Aber die Anzahl der an Literaturpäpste und Rezensenten verschickten Freiexemplare wird von der Belastbarkeit der Portokasse bestimmt. Da beißt sich die Katze in den Schwanz.

Und was ist mit den Autoren?
Ja, die Autoren schreiben natürlich. Sie können nicht anders. Denn Schreiben ist keine Frage des Wollens. Schreiben muss man. Und immerhin können ja etwa 2% davon leben. Also hoffen auch die restlichen 98% und schleichen mit demutsvollem Lächeln auf Buchmessen von Verlagsstand zu Verlagsstand oder versuchen mit mehr oder weniger witzigen Anschreiben ihrem unverlangt eingesandten Manuskript einen Sonderplatz im Stapel der anderen unverlangt eingesandten Manuskripte zu sichern. Entwürdigend ist beides.

Eine Alternative
Leistungsfähige Computer und schnell arbeitende Kopiermaschinen, Mikrofone und Aufnahmegeräte, mit deren Hilfe jedes Wohnzimmer zum Tonstudio werden kann. Das alles sind Möglichkeiten, die es dem Autor gestatten, sich dem demütigenden Gerangel um Beachtung durch die Literaturvermarkter zu entziehen. Vorausgesetzt, er gesteht sich ein, dass es ihm kaum gelingen wird, zur Riege der 2%-Autoren vorstoßen zu können.

Ich habe mich für diesen Weg entschieden
Ich habe mich entschieden, Autor, Verleger und Buchhändler zugleich zu sein. Ich schreibe die Bücher, ich verlege sie und biete sie den Lesern auch persönlich an. Bekannt mache ich sie durch Lesungen. Die Anzahl der produzierten Exemplare wird vom laufenden Verkauf bestimmt. Mal sind es zwanzig, mal sind es fünfzig. Zweihunderttausend werden es mit Sicherheit nicht. Der Käufer kann also davon ausgehen, dass er beinahe so etwas wie ein Unikat erwirbt. Nebeneffekt: In Antiquariaten werden meine Titel inzwischen teurer angeboten, als ich sie verkauft habe.
Haupteffekt: Ich gebe meine Bücher Leuten in die Hand, die ich überzeugen konnte. Autor und Leser stehen sich gewissermaßen Auge in Auge gegenüber. Ein gutes Gefühl. Ich denke, nicht nur für mich.

Mein Angebot

Sie sind ein Veranstalter, der mit Begegnungen zwischen Autoren und Lesern das kulturelle Leben befördern möchte. Der Verleger Horst Matthies bietet Ihnen die Vorstellung eines der in der Edition Schlitzohr veröffentlichten Werke durch den Autor Horst Matthies an.
Die Auswahl bleibt Ihnen überlassen.
Dem Buchhändler Horst Matthies garantieren Sie den Ankauf von zwei Exemplaren des ausgewählten Werkes und ermöglichen ihm, im Rahmen dieser Veranstaltung, Bücher zu verkaufen, welche auf Wunsch selbstverständlich vom Autor Horst Matthies signiert werden. Absprachen über die im Zusammenhang mit dieser Veranstaltung entstehenden Kosten treffen Sie mit der durch die Person Horst Matthies repräsentierten Dreieinigkeit. Wobei Sie davon ausgehen können, dass sich die Honorarvorstellungen weit unterhalb der für die Riege der 2%-Autoren üblichen Zahlungen bewegen und sich gleich gar nicht mit Honoraren vergleichen lassen, die anderweitig ins öffentliche Gerede gekommene Verfasser von Büchern zu fordern verstehen.


Horst Matthies